Sichtbarkeit in AI-Antworten messen

Nennungen in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google AI Overviews systematisch prüfen und richtig bewerten

Keine feste Position

Bei Google lässt sich für einen Suchbegriff eine Position bestimmen. In ChatGPT, Gemini, Perplexity oder den Google AI Overviews funktioniert das nicht. Dieselbe Frage kann je nach System, Zeitpunkt, Formulierung, Sprache und Gesprächsverlauf unterschiedliche Antworten liefern. Ob ein Unternehmen genannt wird, ist deshalb keine Ja-oder-Nein-Frage, sondern eine Häufigkeit über viele Antworten.

Trotzdem lässt sich Sichtbarkeit in AI-Antworten zuverlässig beobachten. Dafür braucht es ein festes Set an Fragen, klar definierte Kennzahlen, wiederholte Tests und den Abgleich mit Daten aus Search Console, Analytics und Serverlogs. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie dabei vorgehen und welche Ergebnisse aussagekräftig sind.

In diesem Beitrag

Mit festen Fragen statt mit Keywords beginnen

Nutzer formulieren in AI-Systemen ganze Fragen und beschreiben ihre Situation. Statt „Bio Cashews Großhandel“ heißt es eher „Welche Großhändler liefern Bio-Cashews in Paletten nach Deutschland und worauf sollte ich achten?“. Die Messung beginnt deshalb mit einer Liste solcher Fragen, die Ihre Kunden tatsächlich stellen würden.

FragetypBeispielWas er zeigt
AnbietersucheWelche SEO-Agenturen in Köln betreuen Onlineshops?Ob Sie bei der Auswahl überhaupt vorkommen
VergleichAgentur A oder Agentur B für technisches SEO?Wie Sie gegenüber Wettbewerbern beschrieben werden
ProblemWarum indexiert Google meine Produktseiten nicht?Ob Ihre Inhalte als Quelle für Fachfragen dienen
MarkeWas bietet Firma X an und wie sind die Erfahrungen?Ob die Angaben über Ihr Unternehmen stimmen
  1. 20 bis 50 Fragen zusammenstellen, verteilt auf die Fragetypen, Leistungen und Zielmärkte.
  2. Jede Frage in den relevanten Systemen stellen, jeweils in einer neuen Unterhaltung ohne Vorgeschichte und möglichst ohne Anmeldung.
  3. Wichtige Fragen mehrfach stellen, weil eine einzelne Antwort zufällig ausfallen kann.
  4. Antwort, genannte Anbieter und verlinkte Quellen mit Datum, System und Sprache festhalten.

Das Fragen-Set bleibt über Monate gleich. Nur so lässt sich erkennen, ob sich etwas verändert hat. Neue Fragen werden ergänzt, alte nicht stillschweigend ausgetauscht.

Was gezählt wird

Aus den protokollierten Antworten entstehen wenige, aber aussagekräftige Kennzahlen. Wichtig ist, sie getrennt nach System und Fragetyp auszuwerten. Eine gute Sichtbarkeit bei Markenfragen sagt wenig über die Anbietersuche aus.

KennzahlBedeutungWorauf zu achten ist
NennungsrateAnteil der Antworten, in denen Ihr Unternehmen vorkommtNur über mehrere Durchläufe vergleichbar
Zitierung als QuelleIhre Website wird verlinkt oder als Quelle angezeigtWelche Seite verlinkt wird, verrät, welche Inhalte wirken
Anteil gegenüber WettbewerbernWie oft Sie im Vergleich zu anderen Anbietern genannt werdenZeigt, wer in Ihrem Markt als Referenz gilt
RichtigkeitOb Leistungen, Standort und Angaben korrekt wiedergegeben werdenFalsche Angaben deuten auf veraltete Quellen hin
Zitierte fremde QuellenWelche Portale, Medien und Verzeichnisse die Systeme heranziehenGenau dort lohnt sich eine eigene Präsenz

Die letzte Kennzahl wird oft unterschätzt. Wenn ein System bei der Anbietersuche immer wieder dieselben Branchenportale oder Vergleichsseiten zitiert, ist ein Eintrag oder eine Erwähnung dort oft wirksamer als ein weiterer Text auf der eigenen Website.

Was Search Console, Analytics und Serverlogs zeigen

Die manuellen Tests zeigen, was Nutzer sehen. Messbare Daten auf der eigenen Seite zeigen, was davon bei Ihnen ankommt. Beides gehört zusammen.

  • In der Google Search Console werden Auftritte in den AI Overviews und im AI Mode im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“ mitgezählt. Einen eigenen Filter dafür gibt es nach der Dokumentation von Google nicht. Hinweise liefern Veränderungen bei langen Fragesuchanfragen und bei der Klickrate.
  • In Google Analytics 4 erscheinen Besuche aus AI-Systemen als Verweise, etwa von chatgpt.com, perplexity.ai, gemini.google.com oder copilot.microsoft.com. Links aus ChatGPT tragen häufig zusätzlich den Parameter utm_source=chatgpt.com. Eine eigene Kanalgruppe für diese Quellen macht die Entwicklung sichtbar.
  • Serverlogs zeigen, ob die Crawler der AI-Suchsysteme Ihre Seiten abrufen, zum Beispiel OAI-SearchBot und ChatGPT-User von OpenAI oder PerplexityBot und Perplexity-User. Ruft ein solcher Crawler wichtige Seiten nie ab, liegt das Problem oft bei robots.txt, Firewall oder Bot-Schutz.
  • Für Microsoft Copilot ist die Indexierung in Bing entscheidend. Die Bing Webmaster Tools zeigen, ob wichtige Seiten dort bekannt sind.

Anfragen, die über AI-Systeme kommen, sind oft gut vorinformiert. Fragen Sie neue Kunden bei der Anfrage, wie sie auf Sie aufmerksam geworden sind. Diese Antwort ergänzt die technischen Daten, denn viele Nutzer lesen die Empfehlung im Chat und suchen Ihr Unternehmen danach direkt bei Google.

Grenzen der Messung und sinnvoller Rhythmus

Keines der großen AI-Systeme stellt Websitebetreibern bisher Zahlen bereit, die mit den Impressionen der Google Search Console vergleichbar wären. Jede Messung ist deshalb eine Stichprobe. Personalisierung, Standort und frühere Unterhaltungen können Antworten zusätzlich verändern. Werkzeuge, die AI-Antworten automatisch abfragen, sparen Zeit, ersetzen aber nicht die Prüfung, ob die Fragen zu Ihrem Geschäft passen.

  • Einmal im Monat das vollständige Fragen-Set prüfen, wichtige Fragen zusätzlich nach größeren Änderungen an der Website.
  • Entwicklungen über mehrere Monate bewerten, nicht einzelne Antworten.
  • Falsche Angaben über Ihr Unternehmen bis zur Quelle zurückverfolgen und dort korrigieren.
  • Ergebnisse immer zusammen mit der Sichtbarkeit in Google und Bing betrachten, auf die sich viele AI-Systeme stützen.

Eine Nennung in AI-Antworten kann niemand garantieren. Messbar ist aber, ob sich die Voraussetzungen verbessern und ob Ihr Unternehmen häufiger und richtiger genannt wird. Wie wir Websites dafür vorbereiten und die Entwicklung für unsere Kunden messen, beschreibt unsere Leistung GEO (AI SEO). Wie Inhalte entstehen, die als Quelle taugen, erklärt der Beitrag KI-Inhalte für Google richtig prüfen und verbessern.

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