JTL-Shop SEO richtig umsetzen

Texte aus JTL-Wawi, Varianten, Filter und Sitemap im JTL-Shop gezielt für Google aufbereiten

Shop und Warenwirtschaft gehören zusammen

JTL-Shop ist vor allem bei Händlern verbreitet, die ihre Artikel, Bestände und Bestellungen mit JTL-Wawi verwalten und zusätzlich auf Marktplätzen verkaufen. Der Shop bezieht Artikel, Kategorien, Preise und Texte aus der Warenwirtschaft und gleicht sie regelmäßig ab. Für SEO hat das eine wichtige Folge: Viele Angaben, die in anderen Systemen im Shop gepflegt werden, entstehen bei JTL in der Wawi.

Dieser Beitrag zeigt, wo Sie Texte und Meta-Angaben richtig pflegen, wie Sie Varianten, Filter und Sonderseiten steuern und wie Sie die Sitemap sinnvoll einstellen.

In diesem Beitrag

Texte und Meta-Angaben dort pflegen, wo sie entstehen

Artikelbeschreibungen, Kurzbeschreibungen, Titel für Suchmaschinen, Meta-Beschreibungen und sprechende URLs pflegen Sie bei JTL in der Regel direkt am Artikel oder an der Kategorie in JTL-Wawi. Mit dem nächsten Abgleich überträgt die Wawi diese Angaben in den Shop. Änderungen, die nur im Shop vorgenommen werden, können dabei überschrieben werden.

  • Legen Sie fest, dass Texte und Meta-Angaben ausschließlich in der Wawi bearbeitet werden.
  • Ersetzen Sie Herstellertexte, die bei vielen Händlern identisch sind, für wichtige Artikel durch eigene Beschreibungen.
  • Kategorien erhalten einen eigenen Text, der bei der Auswahl hilft, nicht nur eine Produktliste.
  • Bevor sich eine sprechende URL ändert, wird eine Weiterleitung von der alten Adresse eingeplant.

Viele JTL-Händler verkaufen dieselben Artikel parallel auf Amazon, eBay oder anderen Marktplätzen. Werden dort dieselben Texte verwendet, konkurriert der eigene Shop mit fremden Angeboten um dieselben Formulierungen. Eigene Texte im Shop zahlen sich deshalb doppelt aus.

Varianten, Filter, Hersteller und Suchspecials steuern

JTL-Shop erzeugt neben Kategorien und Artikeln weitere Seitentypen, die schnell zu vielen ähnlichen Adressen führen. Nicht jede davon sollte bei Google erscheinen.

SeitentypRisikoEmpfehlung
Kindartikel von VariationskombinationenViele fast gleiche Artikelseiten je Farbe oder GrößeVaterartikel als Hauptseite, Kinder nur mit eigener Nachfrage indexieren
Filter nach MerkmalenTausende Kombinationen derselben KategorieNicht indexieren, gefragte Kombinationen als eigene Kategorie anlegen
HerstellerseitenWiederholen oft nur die KategorielistenNur mit eigenem Text zur Marke indexieren
Suchspecials wie Neuheiten oder BestsellerWechselnde Listen ohne eigenes ThemaFür Kunden verlinken, für Google meist nicht indexieren
Interne SuchergebnisseUnbegrenzt viele Adressen ohne festen InhaltVom Index ausschließen

Für indexierbare Filterseiten mit eigenen Texten gibt es Erweiterungen im JTL Extension Store. Sie lohnen sich, wenn eine Filterkombination nachweislich gesucht wird. Wie Google mit solchen Seiten umgeht, erklärt die Anleitung zur facettierten Navigation, die Grundlagen beschreibt unser Beitrag zum Canonical Tag.

Den Sitemap-Export richtig einstellen

Die XML-Sitemap erzeugt JTL-Shop über einen Export, den Sie unter Administration, Export, Sitemap einstellen. Dort legen Sie fest, welche Seitentypen und Bilder aufgenommen werden und ob die Sitemap bei jedem Abgleich mit JTL-Wawi neu erzeugt wird.

  • Eigene Seiten, Kategorien und Blogbeiträge gehören in die Sitemap.
  • Herstellerseiten nur aufnehmen, wenn sie eigenen Inhalt bieten.
  • Kindartikel von Variationskombinationen nur aufnehmen, wenn sie eigenständig indexiert werden sollen.
  • Suchanfragen nicht in die Sitemap aufnehmen. Interne Suchergebnisse gehören nicht in den Google-Index.
  • Die automatische Neuerzeugung beim Wawi-Abgleich aktivieren, damit neue und entfernte Artikel schnell berücksichtigt werden.

Reichen Sie die Sitemap anschließend in der Google Search Console ein. Die Berichte dort zeigen, ob die gemeldeten Seiten tatsächlich indexiert werden. Wie Sie die Meldungen einordnen, erklärt unser Beitrag Google Search Console richtig nutzen.

Template, Plugins und Updates

Viele SEO-Funktionen in JTL-Shops stammen aus dem Template und aus Plugins. Updates können dabei unbemerkt Robots-Angaben, Canonicals oder strukturierte Daten verändern. Ein kurzer Kontrollablauf nach jedem Update verhindert, dass solche Fehler erst Wochen später in den Rankings sichtbar werden.

  • Nach Updates Stichproben aus Kategorien, Artikeln und Varianten auf Robots-Angaben, Canonical und Statuscode prüfen
  • Strukturierte Daten für Produkte nur aus einer Quelle ausgeben, Template oder Plugin
  • Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten auf Seite, strukturierten Daten und Produktfeed abgleichen
  • Bei mehreren Sprachen kontrollieren, dass jede Sprachversion eigene übersetzte Texte und korrekte Sprachverknüpfungen hat
  • Nicht genutzte Plugins entfernen und die Ladezeit anhand der Core Web Vitals beobachten

Wenn Sie Ihren JTL-Shop gezielt weiterentwickeln möchten, beschreibt unsere Leistung Onlineshop-SEO den Ablauf. Einen Wechsel des Shopsystems, etwa von JTL-Shop zu Shopware oder Shopify, begleiten wir im Rahmen unserer SEO-Relaunch-Begleitung.

Kategorien und Artikelseiten aufbauen

In vielen JTL-Shops sind Artikeldaten technisch vollständig, aber inhaltlich dünn. Kategorien bestehen nur aus einer Produktliste, Artikel aus Herstellertext und einer Merkmalliste. Die Wawi bietet die Felder, um das zu ändern, sie müssen nur genutzt werden.

  • Kategoriebeschreibungen werden in der Wawi gepflegt und erscheinen je nach Template über oder unter den Artikeln. Ein kurzer Einstieg hilft bei der Auswahl.
  • Merkmale wie Material, Maße oder Farbe erscheinen als übersichtliche Angaben am Artikel und dienen zugleich als Filter.
  • Kurzbeschreibung und ausführliche Beschreibung haben unterschiedliche Aufgaben. Die eine nennt die wichtigsten Merkmale, die andere beantwortet Fragen zu Anwendung und Auswahl.
  • Zubehör und ähnliche Artikel, die in der Wawi verknüpft werden, verbinden Artikelseiten untereinander.
  • Kundenbewertungen liefern zusätzlichen Text und Vertrauen und sollten aktiv eingeholt werden.

Mehrere Sprachen und Länder

JTL-Shop unterstützt mehrere Sprachen und Währungen. Übersetzungen von Artikeln und Kategorien werden ebenfalls in der Wawi gepflegt. Fehlt eine Übersetzung, erscheinen schnell Texte in der falschen Sprache oder halb übersetzte Seiten.

  • Für jede Sprache werden Name, Beschreibung, Meta-Angaben und sprechende URL des Artikels übersetzt.
  • Merkmale, Variationen und Filter erscheinen in der jeweiligen Sprache.
  • Preise, Währung, Versandkosten und rechtliche Angaben passen zum Zielland.
  • Im ausgelieferten HTML wird geprüft, ob die Sprachverknüpfungen vollständig und gegenseitig sind.

Die Regeln für Sprachverknüpfungen beschreibt unser Beitrag Hreflang richtig einsetzen. Bei der Planung mehrerer Länder unterstützt unsere Leistung International SEO.

Marktplätze und Google Shopping

Die Stärke von JTL liegt in der zentralen Datenpflege für Shop und Marktplätze. Für Google Shopping erzeugt JTL-Shop über seine Exportformate einen Produktfeed für das Merchant Center. Je besser die Daten in der Wawi, desto besser funktionieren Shop, Feed und Marktplätze gleichzeitig.

  • EAN, Hersteller und Herstellernummer werden für alle Artikel gepflegt, weil Google Shopping und Marktplätze sie erwarten.
  • Artikeltitel nennen Marke, Produktart und wichtige Merkmale.
  • Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten stimmen in Shop, strukturierten Daten und Feed überein.
  • Für den eigenen Shop werden eigene Texte gepflegt, statt dieselben Beschreibungen wie auf Marktplätzen zu verwenden.

Wie wir Shopping und Performance Max für Onlineshops einrichten und betreuen, beschreibt unsere Seite Google Ads Agentur.

Checkliste für ein JTL-Shop-Audit

  1. Festlegen, dass Texte, Meta-Angaben und URLs ausschließlich in der Wawi gepflegt werden.
  2. Kategorien und wichtige Artikel auf eigene Texte statt Herstellerbeschreibungen prüfen.
  3. Kindartikel, Merkmalfilter, Herstellerseiten und Suchspecials auf eine klare Indexierungsregel prüfen.
  4. Sitemap-Export auf aufgenommene Seitentypen und automatische Aktualisierung kontrollieren.
  5. Robots-Angaben, Canonicals und strukturierte Daten nach dem letzten Update stichprobenartig prüfen.
  6. Bei mehreren Sprachen Übersetzungen und Sprachverknüpfungen kontrollieren.
  7. Produktfeed für Google Shopping mit Preisen, Verfügbarkeit und EAN abgleichen.
  8. Plugins und Ladezeit anhand der Felddaten der Core Web Vitals prüfen.

Wir führen solche Prüfungen im Rahmen unserer SEO-Seitenanalyse durch und setzen die Ergebnisse auf Wunsch gemeinsam mit Ihnen in Shop und Wawi um.

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